TRAUNER Leseprobe

Endlich bleiben mir die Leut’! 12 an Individualisierung. Die moderne Informationsgesellschaft westlichen Zuschnitts stellt das individuelle Wohlergehen – viele verwechseln es mit hohem individuellem Konsum – in den Mittelpunkt der Sinngestaltung des Lebens. Der Übergang von der Fremdbestimmung zur Selbstbestimmung wurde immer populärer. Global zugängliche, schnelle Informationssysteme wie Smartphone, Internet und soziale Medien prägen nun die Szenerie. Die Generationen Y und Z, geboren ab den späten 1980ern, scheinen völlig anders zu denken als die Generationen vor ihnen. Oder doch nicht? Angesichts der neuen Technologien und Anforderungen in der Gesellschaft wirken in vielen Betrieben die klassischen Befehlssysteme irgendwie veraltet, während die besten Alternativen noch nicht gut erkennbar sind. 1.1.2 Alternativen zur klassischen Hierarchie – Der Zusammenbruch des Alten lässt Neues entstehen Die Versuche, Alternativen zur klassischen Hierarchie umzusetzen, sind zahlreich, jedoch bisher nicht sehr erfolgreich. Eine Möglichkeit wären flache Hierarchien. Eine flache Hierarchie ist eine Organisationsstruktur mit wenigen Führungsebenen. Sie ermöglicht kurze Entscheidungswege, direkte Kommunikation und mehr Eigenverantwortung für die Mitarbeitenden. Definition Im Idealfall sind bei einer flachen Hierarchie die Ebenen durchlässig – „Oben“ und „Unten“ reden auch jenseits des Dienstweges miteinander und die Entscheidungen werden möglichst weit „unten“ getroffen. In der Praxis führt eine flache Hierarchie häufig dazu, dass einzelne Führungskräfte mehr Mitarbeiter/innen gleichzeitig betreuen müssen. In der klassischen Hierarchieordnung berichten alle Teammitglieder einzeln an ihre Führungskraft. Diese „Chefs“ berichten an den „Oberchef“ oder die „Oberchefin“. Er/ Sie hat umfassende Machtgrundlagen, darf belohnen und bestrafen und verfügt auch

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