Endlich bleiben mir die Leut’! 146 3.4.3 Gruppenfunktionen Diese Ausführungen basieren auf einem Modell von EWALD KRAINZ. Sie finden auch in Ihrem Betrieb Gruppen, etwa als Teams in einzelnen Bereichen wie Küche, Service, Facility Management etc. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die oben beschriebenen Dynamiken so bzw. immer so wirken müssen. Dieses Kapitel dient der Reflexion: Sie können nach dem Durcharbeiten einzelne Teams betrachten und analysieren, welche Gruppenfunktionen dort gegeben sind – und von wem sie wahrgenommen werden. Sie werden auch erkennen, welche fehlen und können sich dann überlegen, wie sich das auswirkt – und ob Sie daran etwas ändern wollen. Können Sie ein Teammitglied möglicherweise fördern, damit es gewisse fehlende Funktionen wahrnehmen kann? Gruppen werden in unserer Gesellschaft, die durch die Organisationsform der Hierarchie geprägt ist, stets als ein wenig suspekte Gebilde angesehen, die man nicht ganz begreift, obwohl man sich (meistens) in ihnen wohlfühlt. Mit anderen Worten: Gruppen können emotionale Heimat und Geborgenheit bieten – etwas, was Hierarchie nur in den seltensten Fällen leisten kann. Gruppen sind hinsichtlich ihrer Entstehung, Entwicklung, Dauerhaftigkeit und ihres Auseinanderbrechens eine uralte Organisationsform mit ebenso alten Gesetzmäßigkeiten. Damit Gruppen funktionieren können, müssen bestimmte Funktionen wahrgenommen werden. Gruppen funktionieren wie ein Organismus, bei dem das reibungslose Zusammenspiel aller Organe Voraussetzung für das Überleben ist.
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