Systemprinzipien verstehen – wichtige Störungen vermeiden 147 Der Vergleich hinkt jedoch ein wenig: Gruppen können ihre Funktionen bzw. deren Ausübung auf unterschiedliche Gruppenmitglieder verteilen und diese können in diesen Funktionen auch untereinander wechseln – eine Leber hingegen wird immer die Funktion ausüben, die eine Leber ausüben muss und wird nicht eines Tages sagen: „He, Nieren, übernehmt doch einmal für einen Monat meine Funktion und ich eure.“ Wichtig ist, dass eine gewisse Anzahl an Funktionen in der Gruppe wahrgenommen wird, damit sie nicht auseinanderfällt. Anzahl und Art hängen ganz von der Zusammensetzung der Gruppe, den Interessen ihrer Mitglieder sowie dem Ziel und der Einbindung in die Organisation ab, durch die die Gruppe gegründet bzw. ins Leben gerufen wurde (sofern es eine solche gibt). Die Übernahme von Funktionen kann freiwillig erfolgen oder durch verschiedene Mitglieder an ein spezielles Mitglied (oder mehrere) herangetragen werden. Dem muss nicht immer eine bewusste Entscheidung zugrunde liegen, wie auch andere Entscheidungen nicht immer getroffen werden, sondern manchmal (und zwar öfter, als man denkt) aufgrund einer bestimmten Gruppendynamik schlicht und einfach passieren.
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