Endlich bleiben mir die Leut’! 172 Wenn wir z. B. in der Früh ins Auto steigen und zehn Kilometer fahren, um Brot einzukaufen, merken wir nicht, wie seltsam das aus Sicht der Hadza sein muss: Da bewegt ein Mensch mit unglaublichem Ressourcenaufwand 1,5 Tonnen Blech, um etwas zu bekommen, was es genau genommen ums Eck beim Nahversorger geben müsste – wenn wir diesen nicht wegrationalisiert hätten. Stattdessen wurden große Straßen gebaut, um irgendwo anders einkaufen zu können. Mit genau welchem Vorteil? Die Hadza müssen sich auf die äußeren Gegebenheiten einstellen und versuchen auch gar nicht, diese zu verändern. Die Natur gibt ihnen alles, was sie brauchen. Die Betonung liegt hierbei auf „brauchen“ und nicht auf „wünschen“. Hier können wir ansetzen. Die Hadza haben keine Wünsche, die über ihre Welt hinausreichen. MICHAEL FINKEL beschreibt das so: „Onwas lebt hier im Busch schon sein ganzes Leben. Er kann in weniger als 30 Sekunden Feuer machen, indem er einen Stock zwischen seinen Handflächen quirlt. Pfeifend verständigt er sich mit einem Honiganzeigervogel und lässt sich von ihm zu einem Bienenstock führen. Er weiß alles, was es über den Busch zu wissen gibt – aber praktisch nichts über das Land jenseits davon.“ In unserer Welt schielen wir ständig auf andere Länder, sehen in der Globalisierung unser Heil oder zumindest eine unverzichtbare Voraussetzung für Fortschritt. Haben wir dadurch den Blick für die eigene Umgebung verloren? Haben wir den Kontakt zu dem verloren, was uns ausmacht, wo wir verwurzelt sind? Diese Fragen lassen sich nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten. Es gibt fast immer mehr als eine Antwort und einen Weg, den wir gehen können. Vielleicht würde uns die eine oder andere Kurskorrektur guttun – und vielleicht erhalten wir von den Hadza wertvolle Anregungen für unser eigenes Leben. BEISPIEL
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