Führen und Entwickeln – hilfreiche Haltungen und Werkzeuge 173 Sehen wir uns die Besonderheiten der Hadza an: Sie leben in kleinen Einheiten, relativ weit verstreut. Sie haben genügend Land und führen deshalb auch keine Kriege. So wird gleichzeitig auch die Ausbreitung von Krankheiten verhindert. Sie besitzen nur wenig, etwa Kochtöpfe, Wasserbehälter oder eine Axt. Somit müssen sie nicht wetteifern, wer mehr besitzt und wer die besseren, schöneren Dinge hat. Sie leben relativ gleichberechtigt in einer Art schlankem Patriarchat. Sie haben keine Anführer/innen, sondern entscheiden in der Gruppe. Sie lösen Streit meist, indem jemand zu einer anderen Gruppe wechselt. Sie arbeiten nur vier bis sechs Stunden täglich (Nahrungsbeschaffung) und haben demnach viel Freizeit. Sie essen abwechslungsreicher und gesünder als die meisten von uns. Sie erziehen und versorgen ihre Kinder gemeinsam, wobei es relativ egal ist, wer wessen Kind ist. Sie leben meist seriell monogam. Sie sind sehr gesellig, erzählen sich viele Geschichten und leben durchaus zufrieden ohne Fernsehen, Handy, Tablet oder Ähnliches. Sie haben keine Religion und keinen Glauben, keinen Aberglauben und keinen Mystizismus, keine Rituale und keine Geister, keine Medizinfrauen oder Schamanen. Sie brauchen das alles nicht. Gott ist die Sonne, das reicht. Natürlich können die Hadza mit ihrer Lebensform keine Mondrakete bauen und auch keinen Computer und kein Auto. Ihr Leben ist mit unserem schwer vergleichbar. Lassen wir MICHAEL FINKEL noch einmal zu Wort kommen: „Die Tage bei den Hadza haben meine Wahrnehmung der Welt verändert. Ich bin seither gelassener, achtsamer für den Augenblick, unabhängiger, ein bisschen mutiger und nicht mehr permanent in Eile. Es mag pathetisch klingen, aber meine Zeit bei den Hadza hat mich glücklicher gemacht. Sie hat dazu geführt, dass ich wünsche, man könnte das Zeitalter der Jäger und Sammler verlängern. Doch ich weiß, dass es mit großer Sicherheit dafür zu spät ist.“ Was wäre, wenn wir einen Teil dieses Zeitalters bewahrten, weil darin wertvolle Lernerfahrungen für uns liegen? Was könnten wir konkret tun? Was wäre für uns wertvoll? Und was würde uns und die Menschen rund um uns glücklicher machen?
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