TRAUNER Leseprobe

Endlich bleiben mir die Leut’! 200 Wenn der Körper Stopp sagt – stille Krisen mit lautem Weckruf Der Betrieb Das HOTEL SCHACHNER ist ein traditionsreicher Familienbetrieb mit Panoramablick – fest verankert im Ort, getragen von Generationen. Maria Taferl in Niederösterreich ist kein Ort für Eile – und doch herrschte lange genau das: Arbeit, Druck, Funktionieren, Tempo. MICHAELA, FERDINAND und MARIE SCHACHNER hielten und halten das Haus zusammen, mit großer Nähe zu ihren Gästen und hoher Eigenverantwortung – oft auf Kosten der eigenen Kraft. Die Krise Zwei Einschnitte prägten die Geschichte: Der frühe Tod von FERDINAND SCHACHNER senior im Jahr 2014 – ein Schock, der nicht verarbeitet, sondern verdrängt wurde. „Ich habe den Tod von meinem Mann Ferdinand nicht gefühlt und das emotionale Loch, das zurückblieb, einfach mit viel Arbeit gefüllt“, sagt MICHAELA SCHACHNER rückblickend. 2025 traf es dann ihren Sohn Ferdinand: Erst fiel das Sprachzentrum aus, dann kam das Herzrasen. Eine erste Panikattacke, dann eine zweite. Der Körper sagte Stopp – unüberhörbar. Der Wendepunkt Die Erschöpfung zeigte sich bei Michaela erst 2017. Da begann der Körper zu rebellieren: Schlaflosigkeit, Erschöpfung, Leere. Das Leben führte sie 2018 auf eine Ayurveda-Kur nach Sri Lanka: „Ich habe mich nur mehr hingerettet.“ Danach folgten weitere selbstgewählte Aufenthalte – in Aspach, in Pirawarth –, erst nach neun Wochen Auszeit innerhalb eines halben Jahres kam der Schlaf wieder zurück. Rückblickend war auch bei FERDINAND SCHACHNER die Laune über ein Jahr im Sinkflug. Doch erst als der Körper aussetzte, wurde klar: Hier stimmt etwas Grundlegendes nicht. Nicht im Kalender, nicht im System, sondern in der Haltung zu sich selbst. Er sprach zuerst mit seiner Frau und seiner Familie, dann mit dem Führungsteam. Das Gefühl, nicht allein zu sein, half. „Ich wollte immer stark sein. Aber plötzlich war klar: Stärke ist, sich externe Unterstützung zu holen.“ Die Verantwortung wurde noch stärker auf die Abteilungsleitungen verteilt – nicht nur organisatorisch, sondern auch emotional. Dadurch entstand eine neue Führungskultur: „Ich habe gelernt, Verantwortung wirklich abzugeben. BEISPIEL

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