Führen und Entwickeln – hilfreiche Haltungen und Werkzeuge 201 Heute frage ich meine Führungskräfte: ‚Was würdest du tun?' Und wenn’s passt, dann ist es entschieden und ganz ihres.“ Was half Offenheit, Ehrlichkeit, Gespräche mit anderen Betroffenen. Das Loslassen des Anspruchs, alles allein zu schaffen. MICHAELA SCHACHNER beschreibt es so: „Ich habe mich selbst nur über Leistung definiert. Ich konnte keine Stille mehr ertragen.“ Schritt für Schritt wuchs das Vertrauen – ins Team, in den eigenen Körper, in das Leben. Michaela begann zu reisen, Zeit mit sich selbst zu verbringen, Natur als Ressource zu nutzen und sich mit kleinen Ritualen (z. B. mit Segenssätzen wie „Der Friede sei mit dir“) auf schwierige Gespräche vorzubereiten. „Bei meinen vier Enkelkindern habe ich jetzt die Ruhe und Gelassenheit, die ich bei meinen eigenen Kindern nicht hatte.“ Auch FERDINAND SCHACHNER traf die bewusste Entscheidung, Körper und Psyche zu verstehen. Der Verzicht auf Masken. Und das Wiederentdecken von Stille, Familie, Natur. Er führte Atemübungen ein, redete über Angst und erkannte: „Panik ist kein persönliches Versagen.“ Heute trägt die Geschäftsleitung im Hotel Schachner den Betrieb nicht mehr allein auf ihren Schultern – das Team ist stark, die Rollen klar, die Balance da. Die Erkenntnisse „Ich sehe heute, was ich habe – nicht, was fehlt“, sagt MICHAELA SCHACHNER. „Ich bin dankbar, dass ich hier geboren bin, in Österreich, in diesem schönen Umfeld.“ Sie trägt heute ihre Auszeiten ebenso in den Kalender ein wie Meetings. Die Familie ist noch enger zusammengerückt. Die Partnerschaft hat sich weiter vertieft. „Wir sind heute gleichwertig“, sagt FERDINAND SCHACHNER. Die Kinder erleben ihren Vater nicht mehr als Fels, sondern als Mensch. Was bleibt Zwei Menschen, die durch die persönlichen Krisen gewachsen sind. Die gelernt haben, dass Selbstfürsorge kein Luxus ist, sondern Grundlage für gutes Führen. Und die heute – mehr als früher – wieder lachen, lieben und loslassen können. Gewachsen sind auch Bewusstsein, Dankbarkeit, das kleine Glück sowie die Erkenntnis, dass Gastgeben nur dann nachhaltig funktioniert, wenn man bei sich selbst beginnt.
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