Führen und Entwickeln – hilfreiche Haltungen und Werkzeuge 205 5.4.3 Burn-out – emotionale und körperliche Überforderung Eines ganz klar vorweg: Burn-out und Panikattacken sowie Symptome, die darauf hindeuten, sind professionell zu behandeln. Sie gehören medizinisch abgeklärt und diagnostiziert. Im Folgenden geben wir auch keine Ratschläge zur Behandlung dieser Krankheitsbilder – das dürfen wir nicht und steht uns schlichtweg nicht zu. Wir wollen Ihnen aber helfen, mögliche Anzeichen wahrnehmen zu können. Und wir wollen den Mut stärken, sich professionelle Hilfe zu holen. Burn-out ist ein Begriff, der häufig verwendet wird, jedoch mitunter missverstanden wird. Es klingt nach emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung, nach beruflichem oder privatem Dauerstress, nach zu viel. Aber es ist mehr als das. Burn-out ist das Resultat eines langen inneren Kampfes, der schleichend beginnt und zu lange unsichtbar bleibt. Es ist nicht einfach Müdigkeit – es ist die Erfahrung, dass selbst Ausruhen nicht mehr hilft, ein Zustand, in dem alles anstrengend ist, sogar das, was einem früher Freude bereitet hat. Man funktioniert noch, aber innerlich ist man distanziert, leer oder unzufrieden. Äußerlich ist man ineffizient, gereizt oder zynisch. Was steckt dahinter? Bevor sich das Burn-out in allen Berufs- und Bevölkerungsgruppen einnistete, war es in den 1970er-Jahren erstmals im Umfeld von Bewährungshelferinnen und -helfern und Pflegekräften beobachtet worden.
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