TRAUNER Leseprobe

Organisationsprinzipien verstehen: Die Basis erfolgreicher Führung 35 Der österreichisch-israelische Philosoph MARTIN BUBER untersuchte in seinem Werk „Ich und Du“ (1923) die Natur von Beziehungen. BUBER unterschied darin zwei grundlegende Arten von Beziehungen: „Ich – Du“ und „Ich – Es“. Erstere ist durch Echtheit, gegenseitige Augenhöhe und Präsenz gekennzeichnet. Die Ich-Du-Beziehung erkennt die Einzigartigkeit und den Wert des anderen an. Im Gegensatz dazu ist die Ich-Es-Beziehung distanzierend. Bei diesem Verhältnis wird das Gegenüber als Objekt oder als Mittel zum Zweck betrachtet. In Unternehmen geht es darüber hinaus nicht nur um Einzelpersonen. Es geht um die Gruppe, das Team, das gemeinsame „Wir“, das Kollektiv. Ein funktionierendes „Wir“ bildet das Rückgrat erfolgreicher Unternehmen. Von einem starken „Ich“, das sich auf die individuelle Entwicklung und persönliche Ziele konzentriert, bewegen sich Unternehmen und Mitarbeitende in Richtung eines solidarischen „Wir“, das den Fokus auf Gemeinschaft, Zusammenarbeit und letztlich gemeinsamen Erfolg legt. Dabei sollte kein Aspekt den anderen dominieren, vielmehr geht es um das richtige Gleichgewicht, indem wir die richtige Balance zwischen „Ich“ und „Wir“ finden und beide Aspekte in harmonischer Weise in der Unternehmenskultur verankern. Wenn sich Mitarbeitende als wichtiger Teil des Unternehmens wertgeschätzt fühlen, werden sie nicht nur gute Arbeit leisten, sondern mit ihrem „Ich“ auch das „Wir“ verkörpern, und zwar vor allem auf der emotionalen Ebene. Sich als Teil von etwas zu fühlen, bedeutet, in wichtigen Punkten die Denkweisen und Werte zu teilen und dadurch eine Verbindung zu haben, die auf allen Ebenen stimmig wirkt. KARL REITER von Reiters Hotels beschreibt diese Verbindung so: „Meine Vision ist, mit netten Menschen für nette Menschen sozial verträglich produktiv zu sein – mit großer Verantwortung für alle mir Anvertrauten. Denn auch in dieser Branche geht es mit Würde!“

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