TRAUNER Leseprobe

Endlich bleiben mir die Leut’! 92 2.1 Der beste Köder am Arbeitsmarkt: gute Führungskräfte − also Sie! Den vielzitierten Fachkräftemangel spüren Sie sicherlich am eigenen Leib. 2015 gab es laut Statistik Austria durchschnittlich 73 500 offene (also unbesetzte) Arbeitsstellen in Österreich. Im Jahr 2022 waren es 230 400 – der höchste bisher aufgezeichnete Wert. Für IRINA TEUFL, zum Zeitpunkt des Gesprächs Fachbereichsleiterin Freizeitwirtschaft an der Donau-Universität Krems, ist die Vernetzung von Ausbildung und Praxis ein wichtiger Erfolgsfaktor beim Lösen des Fachkräftemangels: „Eine gute Ausbildung im Tourismus ist sehr wichtig geworden und meist sehr vielseitig einsetzbar. Das gehört weiterhin besser vermarktet, um das schlechte Image der Branche und den Fachkräftemangel wieder zu korrigieren. [...] Dafür müssen Ausbildungsträger und die Wirtschaft eng zusammenarbeiten. Mit besseren Perspektiven vergrößert sich der Stellenwert einer guten Ausbildung.“ Die Betriebe der Hotellerie und Gastronomie sind auffallend engagierte Lehrlingsausbilder, aber ihr Angebot ist viel größer als die Nachfrage: 2024 kamen in Österreich auf eine lehrstellensuchende Person 3,9 offene Lehrstellen als Hotel- und Gastgewerbeassistent/in, 4,2 offene Lehrstellen als Köchin oder Koch, 5,9 offene Lehrstellen als Gastronomiefachfrau oder -mann und 6,6 offene Lehrstellen als Restaurantfachfrau oder -mann. Dieses Problem des Überangebots an freien Stellen haben etwa Installationsbetriebe oder der Einzelhandel nicht in diesem Ausmaß. Was ist der Grund für diese „Unattraktivität“ der Branche? Auf die vielschichtigen Gründe für die Lehrausbildungslage und die generelle Arbeitsmarktsituation einzugehen, würde den Rahmen dieses Buches übersteigen.

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