Nachhaltiges Recruiting – Fische fangen im leeren Teich 119 Ähnlichkeitseffekt: Wir finden Menschen gut, die uns ähnlich sind. Heiligenschein-Effekt: Wir vergeben Vertrauensvorschuss in zu hohem Maße, oft aufgrund einer einzigen positiven Eigenschaft. Teufelshorn-Effekt: Eine einzige negative Eigenschaft überstrahlt alles andere. Primäreffekt: Der erste Eindruck, die ersten Informationen prägen alles. Rezenzeffekt: Die letzten Eindrücke und die letzten Informationen prägen ganz besonders unsere Einschätzung einer Person. Rosenthal-Effekt: Eigene Überzeugungen und Erwartungen beeinflussen das Ergebnis wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Eindrücke und Informationen gehen rasch im Gedächtnis verloren, was einen sachlichen Vergleich zwischen mehreren Menschen im Detail bereits einen Tag nach dem Gespräch massiv erschwert. Nicht zuletzt bereiten sich manche Bewerber/ innen gezielt mit „Psychotricks“ aus diversen Karriereratgebern vor und erschweren dadurch den Blick auf ihr authentisches Sein. Dies sollte man bei den Bewerbungsgesprächen immer vor Augen haben. Gleichbehandlung ist ein „Muss“ Nicht nur zur Sicherstellung einer bestmöglichen Entscheidung ist es ratsam, den Auswahlprozess so zu standardisieren, dass das Ergebnis sachlich begründet dokumentiert wird. Das Vorgehen bei der Anbahnung eines Arbeitsverhältnisses muss dem Gleichbehandlungsgesetz (GlBG) entsprechen. Dadurch sollen Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht, sexueller Orientierung, Alter, ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder Weltanschauung vermieden werden. Um also vor etwaigen Klagen geschützt zu sein, machen Unternehmen bei Absagen auch keine Angaben zu den Gründen, die zur Absage geführt haben. Die sichere Formulierung lautet sinngemäß: „Andere Bewerberinnen und Bewerber haben den Anforderungen in noch höherem Ausmaß entsprochen.“ BEISPIELE
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