TRAUNER Leseprobe

Nachhaltiges Recruiting – Fische fangen im leeren Teich 121 2.3.3 Das strukturierte Bewerbungsgespräch Die Zeiten, in denen Menschen „jeden Job zu jeder Bedingung“ angenommen haben, sind vorbei. Bewerber/innen als Bittsteller/innen zu betrachten oder die Meinung zu vertreten, sie säßen „am kürzeren Ast“, ist demnach nicht hilfreich – und begegnet uns glücklicherweise immer weniger in der Berufswelt. Vielmehr entsteht fast umgekehrt der Eindruck, die Unternehmen müssten sich bei den immer selbstbewussteren Arbeitswilligen bewerben. Hierbei faule Kompromisse einzugehen, kann aber auch nicht die Lösung sein. Wir empfehlen Ihnen: Schaffen Sie partnerschaftliche Gespräche auf Augenhöhe. Tun Sie alles dafür – und gehen Sie gleichzeitig konsequent zielorientiert vor. Sie wollen schließlich in kurzer Zeit einschätzen, ob Ihr Gegenüber ins Team passen könnte. Ein stellenbezogener Gesprächsleitfaden ist das wichtigste Werkzeug in dieser Phase. Laden Sie die Gesprächspartner/innen ein, aus ihrer Vergangenheit zu berichten, wie sie vergleichbare Aufgaben geplant und umgesetzt haben, Probleme gemeistert, Hindernisse überwunden und gute Erfolge erzielt haben. Lassen Sie sich von Situationen erzählen, in denen sie jene Fähigkeiten an den Tag legen mussten, die für die ausgeschriebene Stelle wichtig sind: Was haben die Bewerber/innen in vergleichbaren früheren Situationen gedacht und getan? Im Fachjargon nennen wir diese Methode ein „kompetenzbasiertes Interview“.

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