TRAUNER Leseprobe

Endlich bleiben mir die Leut’! 126 Rita wurde zu einem Schnuppertag eingeladen und verbrachte drei Stunden am Firmensitz, lernte nicht nur die anderen Assistentinnen persönlich kennen, sondern auch alle Abteilungen des Hauses. Es gab eine Führung durch das Gebäude und eine Einweisung am „eigenen“ Arbeitsplatz. Die Bewerberin fühlte sich bereits als Teil des Teams, auch wenn sie wusste, dass sie mit einer weiteren Bewerberin in der Endauswahl stand. In einer Kaffeepause kam der Bereichsleiter auf Rita zu und lenkte das Gespräch auf ihre Englischkenntnisse, die sie bereitwillig nochmals erläuterte. Der Bereichsleiter beendete daraufhin das Gespräch mit den Worten: „Also, wenn da keine Englischkenntnisse vorhanden sind, dann geht das ja überhaupt nicht.“ Drei Tage später kam eine Absage per E-Mail durch den Personalleiter. Betrachten wir das Fazit aus Sicht der Bewerberin, lässt sich ihr Frust durchaus gut nachvollziehen. Reflexionsfragen Wie würden Sie sich an der Stelle der Bewerberin fühlen? Welche Möglichkeiten zur Überprüfung der fachlichen und persönlichen Kompetenzen nutzen Sie in Ihrem Unternehmen? Wann und wie sollte Ihrer Meinung nach die bestmögliche Beteiligung der Teammitglieder stattfinden? Wie können Sie dafür sorgen, dass Ihr Bewerbungsprozess in einem ausgewogenen Aufwand-Nutzen-Verhältnis gemäß der Stelle stattfindet? Welche Art und Weise empfinden Sie als angemessen, den Bewerberinnen und Bewerbern – vor allem jenen, mit denen es (intensiven) persönlichen Kontakt gegeben hat – eine Antwort zu übermitteln? Was tun Sie in Ihren Bewerbungsprozessen, um die Zeit und den Aufwand aller Beteiligten, und insbesondere der Bewerber/innen, wertzuschätzen?

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