Systemprinzipien verstehen – wichtige Störungen vermeiden 131 3.2 Systemkräfte – Erläuterung von Störungen Eine Frage, die wir oft von Kundinnen und Kunden bekommen, lautet: „Wie sehr ist das Unternehmen für die persönlichen Themen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich?“ Unsere Antwort darauf lautet: „Ein Teil liegt beim Unternehmen und ein Teil bei der Person selbst.“ In Familienunternehmen oder kleineren Betrieben verschwimmen mitunter die Grenzen zwischen privatem und beruflichem Leben. Dies kann sowohl Vorteile als auch Herausforderungen mit sich bringen. Eine engere Bindung kann zu mehr Loyalität, Verständnis und Flexibilität der Belegschaft führen. Das kann ein Vorteil sein. Herausfordernd ist, dass sich Konflikte im privaten Bereich auf die berufliche Leistungsfähigkeit auswirken können und umgekehrt berufliche Konflikte das Privatleben trüben können (siehe Kapitel 5.6: Konflikte – und wie man sie löst, S. 223). Jedes System strebt nach (funktionaler) Ordnung. Gerät ein System in Unordnung (z. B. durch Hinzukommen oder Austritt von Mitarbeitenden), wird es instabil und reagiert darauf mit einer Ausgleichsbewegung, die zu einer nicht-funktionalen Quasistabilität führt – und zwar auf Kosten jener Systemmitglieder, die am kürzesten im System sind. Man spricht dann von systemischen Verstrickungen, die es in allen drei Systemprinzipien gibt. Um das Funktionieren des Betriebes sicherzustellen, ist es wichtig, diese Verstrickungen zu erkennen und zu lösen. Im Downloadbereich (12) finden Sie weitere Erläuterungen sowie eine passende Übung zu den drei Systemprinzipien.
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