TRAUNER Leseprobe

Endlich bleiben mir die Leut’! 134 Im Hinblick auf Bindung ist in einer Organisation Folgendes zu beachten: Eine lebende Gründerin/Ein lebender Gründer wirkt ins System. Nicht-Würdigung der Früheren wirkt wachstumshemmend auf das System. Die stärkste Bindung im Unternehmen hat die unterste Ebene. Wer einander braucht, bleibt. Bei notwendigen Kündigungen geht jene Person, die am kürzesten da ist. Jene Person, die wichtig ist, bleibt. Ein leichtfertiger Ausschluss von Mitarbeitenden führt zur Schwächung der Identifikation mit dem Unternehmen. Zur Lösung des Problems müssen die „ausgeklammerten“ Mitarbeiter/innen gewürdigt werden. Geht eine zugehörige Person, die aus dem System mehr genommen als gegeben hat, hat das keine negativen Auswirkungen auf das System. Geht hingegen eine Zugehörige/ein Zugehöriger, die/der übervorteilt wurde, wird sie oder er nochmals im System repräsentiert. Eine Übung zur Bindungsanalyse finden Sie im Downloadbereich (12). Neben dem Prinzip der Bindung gibt es auch noch die beiden anderen Systemprinzipien Ordnung und Ausgleich. Sie spielen zwar für das Thema Halten und Motivieren von Mitarbeitenden eine etwas kleinere Rolle, dürfen aber nicht übersehen werden. 3.2.2 Störungen im Prinzip Ordnung Das Ordnungsprinzip spiegelt sich in der Hierarchie wider. Es ist wichtig, weil es Halt und Orientierung gibt. In Familienunternehmen treten hier die größten Schwierigkeiten auf, weil man als junger Einsteiger (Sohn) oder Erbin (Tochter) zwischen zwei Ordnungsprinzipien (Familie und Organisation) zermahlen werden kann: Als Einsteiger beginnt man ganz unten in der Organistationshierachie, als Sohn der Eigentümerin ist man aber weit oben.

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