Führen und Entwickeln – hilfreiche Haltungen und Werkzeuge 161 Für die wahren Kosten dieses Überflusses fühlt sich kaum jemand verantwortlich. Bezahlt wird er von jenen, die unter prekären Bedingungen und für einen Hungerlohn Kleidung herstellen müssen – und von der Umwelt, die die Folgen trägt. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Lebensmitteln. In den 1970er-Jahren gab es in Wien Hernals – dem 17. Wiener Gemeindebezirk – genau einen Supermarkt, „Stöger & Wachet“. Heute gibt es zwei riesige Supermärkte und zahlreiche weitere Märkte, die alle größer sind als der damalige Stöger & Wachet. Die kleinen Greißlerläden sind heute verschwunden – ein Rückgang, der sich allerdings schon in den 1970er-Jahren abzeichnete. Die Zahl der Menschen in Hernals ist seitdem aber nur um ca. 20 Prozent gewachsen – das Warenangebot jedoch um ein Vielfaches. Was geschieht also mit den Dingen, die in den riesigen Märkten angeboten werden? Ein erschreckend großer Teil landet im Müll – sei es direkt durch den Handel oder später durch die Käufer/innen selbst. Der „Menschenüberfluss“ Wie sieht so ein Trend nun bei Menschen aus? Gibt es diese gesamtgesellschaftliche Entwicklung auch im Bereich des Arbeitsmarktes? Generell kann man sagen: Überall dort, wo leicht ersetzt werden kann, gibt es auch einen Trend, zu ersetzen. Folgende Faktoren begünstigen den Trend zu „Hire and fire“: Schnell erlernbare Tätigkeiten, etwa Reinigungsarbeiten im Hotel Geringe bis fehlende fachliche Ausbildung Keine oder geringe Notwendigkeit zur Identifikation mit dem Unternehmen Gesetzliche Rahmenbedingungen und die Möglichkeit, diese zu umgehen Rasche Verfügbarkeit von neuem Personal Grundeinstellung des Unternehmens
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