TRAUNER Leseprobe

Endlich bleiben mir die Leut’! 162 Bestimmte Branchen sind für Mitarbeiterwechsel anfälliger als andere. An vorderster Front steht die Werbebranche. Dort ist es „trendy“, nach ein bis zwei Jahren den Job zu wechseln. Wer fünf Jahre bei einer Agentur ist, wird schief angeschaut. In diesem Fall geht die Entwicklung eher von den Mitarbeitenden aus, in anderen Branchen jedoch nicht. In anderen Branchen sieht die Sache anders aus. So werden auch in der Hotellerie und im Gastgewerbe teilweise händeringend Fachkräfte für alle Bereiche gesucht. Diverse Entwicklungen der letzten Jahrzehnte haben das Problem befeuert: die mühsame Lehrlingsausbildung samt den gesetzlichen Rahmenbedingungen, der manchmal mäßig prickelnde Umgang mit den Angestellten (es fand sich ohnehin schnell und einfach Ersatz), internationale Entwicklungen etc. Dazu kommen noch Schwankungen, etwa wenn der Winter zu warm ist, durch Corona oder die jeweils aktuelle politische Lage. Unternehmer/innen, die bereit sind, eigene Wege zu beschreiten, können an mehreren Schrauben drehen und so den Prozess der „Reparatur des Systems“ im eigenen Unternehmen in Gang setzen. 5.1.2 Qualität „einkaufen“ Ähnlich wie bei Konsumgegenständen können wir auch bei der Personalsuche versuchen, möglichst gute Qualität zu bekommen. Was gut gemacht ist, geht seltener kaputt und muss folglich nicht repariert werden. Wenn es sich dabei um Menschen handelt, müssen wir die Überlegungen etwas modifizieren, prinzipiell gilt aber das Gleiche. Hohe Qualität kann ich nur kaufen, wenn sie angeboten wird. Und gute Fachkräfte sind gerade in Gastronomie und Hotellerie sehr schwer zu bekommen, auch weil die wenigsten, die eine Fachausbildung durchlaufen haben, in der Branche bleiben. „Kolleg-Abgänger/innen bleiben – im Gegensatz zu den Absolventen und Absolventinnen aus Tourismusschulen – zu 80 bis 90 % im Tourismus. [...] Unsere Trainees sind Nachwuchsführungskräfte, die den Betrieb in allen Facetten kennen und aufgrund

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