Führen und Entwickeln – hilfreiche Haltungen und Werkzeuge 197 und trotzdem ist sie wichtig. Die Wut-Kraft bringt uns zum Handeln – weg von etwas Altem, das nicht mehr passt, zu einem neuen „Hin-zu“. Die Kraft der Wut ist diejenige, die folgt, wenn Sie „Ja“ zu sich selbst sagen, wenn Sie zu Ihrem „Nein“ und dem Gefühl von „Das ist falsch“ stehen. Jeder Veränderungsimpuls – auch in der Betriebsübergabe – entspringt der Wut. Das ist nicht immer positiv und führt häufig zu Konflikten zwischen Personen oder Generationen. Es bedeutet auch nicht: „Das Alte war schlecht – und nur das Neue ist gut!“ Ein solcher Ansatz zählt zu den größten Fehlern in Veränderungsprozessen, da er verkennt, dass auch vieles gut war. Er würdigt nicht, welche Errungenschaften und Erfolge auf dem bisherigen Weg gemacht wurden, und übersieht die Menschen, die in der Vergangenheit mit Engagement und Überzeugungskraft gehandelt und gestaltet haben. Indem Sie das anerkennen und würdigen, hinschauen, benennen und mit Dankbarkeit annehmen, bleibt die darin liegende Kraft erhalten. Im Downloadbereich (15) finden Sie ausführliche Erläuterungen zu jedem Grundgefühl. Darüber hinaus werden Bezüge zu weiteren historischen Modellen hergestellt – etwa zur antiken Temperamentenlehre und zum Archetypen-Konzept, das der Schweizer Psychiater CARL G. JUNG in den 1930er-Jahren entwickelte. Ergänzend stehen Ihnen eine Übung zur Gefühlswahrnehmung sowie Reflexionsfragen zur Verfügung, die Ihnen helfen, Ihre eigenen Emotionen noch differenzierter zu verstehen. 5.4.2 Wachsen durch Krisen Gefühle, die wir „in der Kraft“ erleben (also bewusst wahrnehmen, zulassen und konstruktiv nutzen), sind uns angenehm. Sie schenken uns Freude. Wir können damit umgehen und entsprechend darauf reagieren. Unterdrücken wir unsere Gefühle, können daraus Probleme entstehen. Werden diese Probleme gravierend, sprechen wir von einer Krise.
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