Führen und Entwickeln – hilfreiche Haltungen und Werkzeuge 211 Die einzig sinnvolle Vorgehensweise besteht darin, Angstattacken aus der Tabuzone zu holen. Wenn Sie es sich zutrauen, sprechen Sie das Thema an, durchaus vor dem gesamten Team oder der Belegschaft. Sie können etwa Folgendes sagen: „Mir war das lange nicht bewusst, aber ich habe erfahren, dass Panikattacken verbreiteter sind, als wir alle glauben. Und ich weiß, dass so etwas sehr unangenehm und belastend ist. Sollte es jemandem von euch einmal passieren, dann lasst es mich bitte wissen. Ich bin gerne bereit, euch zu helfen, denn das ist keine Schande. Mir könnte das genauso passieren, niemand ist davor gefeit. Ich möchte deswegen niemanden in unserem Betrieb verlieren.“ 5.5 Kalte oder warme Dusche gefällig? des Kapitels Ziel Stellen Sie sich vor, Sie gehen nächtens nach Hause. Auf offener Straße, etwas unübersichtlich und dunkel, kommen Ihnen drei Männer entgegen und pöbeln Sie an. Sie ärgern sich, haben Herzklopfen und sagen so etwas wie „Lasst mich in Frieden“. Einer rammt Ihnen den Ellbogen in die Rippen, dann suchen die drei das Weite. Was wir hier drastisch anhand physischer Gewalt und Übergriffigkeit schildern, passiert am Arbeitsplatz häufig auf dem emotionalen Spielfeld. Menschen bekommen am Sonntag Magenschmerzen, weil sie sich fürchten, gleich am Montag wieder emotional unter die kalte Dusche gestellt zu werden – von Kolleginnen und Kollegen, von Vorgesetzten, von Gästen.
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