TRAUNER Leseprobe

Endlich bleiben mir die Leut’! 212 Es ist nicht das erste Mal, dass wir über Emotionen und Beziehungen schreiben. In diesem Kapitel verfeinern wir noch einmal und begeben uns in die Welt des Bauchgefühls und der emotionalen Steuerung des eigenen Betriebes, was stets auch emotionale Selbststeuerung voraussetzt. 5.5.1 Die kalte Dusche – wenn das Bauchgefühl hereinspielt Wir haben es im Berufsleben so gut wie nie mit körperlicher Gewalt zu tun, doch psychische Einwirkungen können durchaus eine Intensität erreichen, die jener physischer Gewalt in nichts nachsteht. Nicht wenigen Menschen wird in der Arbeit regelmäßig ein „psychischer Ellbogencheck“ verpasst. Unser Fokus liegt deshalb auf emotionaler Geborgenheit, also dem Gefühl, dass einem selbst und seinen Mitarbeitenden in der Arbeit nichts passiert, was emotional aus der Bahn werfen könnte. Es gibt Menschen in Unternehmen, die anderen nicht guttun. Die Hintergründe für solches Verhalten sind ebenso mannigfaltig wie dessen Erscheinungsbilder. Fakt ist, dass wir es sehr deutlich wahrnehmen, wenn uns das Verhalten anderer Menschen nicht passend erscheint, wir fühlen es u. a. im Bauch. Dieses Gefühl zeigt sich oft schon bei der ersten Begegnung. Trotzdem kann der erste Eindruck auch täuschen. Daher ist es ratsam, das eigene Bauchgefühl – ob günstig oder ungünstig – stets zu hinterfragen. In beiden Fällen drohen Fallstricke – sei es, weil man sich zu sorglos verhält oder im Gegenteil übermäßig vorsichtig agiert. So kann es vorkommen, dass man gegenüber einem neuen Teammitglied ein Verhalten zeigt, das ihm nicht gerecht wird – etwa, weil persönliche Erfahrungen oder Vorurteile unbewusst Einfluss nehmen. Aber auch positive Assoziationen bergen Risiken: So kann es passieren, dass man jemandem allzu großzügig Vorschusslorbeeren schenkt.

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