TRAUNER Leseprobe

Führen und Entwickeln – hilfreiche Haltungen und Werkzeuge 213 Die neue Chefin ruft Erinnerungen an eine frühere Vorgesetzte wach, deretwegen man einst gekündigt hat. Dabei ist die neue Führungskraft möglicherweise ganz anders. Ein neues Teammitglied beeindruckt beim Vorstellungsgespräch durch souveränes Auftreten und einen glänzenden Lebenslauf. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass die neue Kollegin Schwierigkeiten hat, sich in die Abläufe einzufinden, und wenig Eigeninitiative zeigt. Die anfängliche Begeisterung schwindet mehr und mehr. Das Bauchgefühl kann trügerisch sein. Die folgenden Fragen haben das Ziel, das eigene Empfinden besser zu erfassen und einzuordnen. Reflexionsfragen An wen erinnert mich diese Person? Verbinde ich mit dem Menschen, an den ich erinnert werde, positive oder negative Erlebnisse? Welche waren das und wie tief haben sie auf mich gewirkt? In welchem Verhältnis stehe ich zu dieser Person, die ich gerade kennengelernt habe? Gibt es eine Abhängigkeit? Ist es notwendig, dass ich mich näher mit ihr beschäftige? Welches Verhalten möchte ich dieser Person gegenüber an den Tag legen und ist es angemessen? Welchen Schalter muss ich bei mir umlegen, um ganz bewusst anders zu reagieren? Bin ich dann noch authentisch? Wann wäre die passende Situation, um die Person auf dieses Thema anzusprechen? Wie mache ich das idealerweise? Die Erfahrung zeigt, dass solche Gespräche häufig wertvoll sind und in der Regel beiden Seiten spürbare Erleichterung bringen. Oft geht es dem Gegenüber ähnlich – viele Menschen kennen solche Situationen, haben sie jedoch bislang nicht angesprochen und sind dankbar, dass diesmal offen darüber gesprochen wird. BEISPIELE

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