Endlich bleiben mir die Leut’! 216 auch so intensiv? Hat die Person bereits bemerkt, dass Sie ihr gegenüber ein spezielles Verhalten an den Tag legen? Eine objektive Bewertung ist im Übrigen nicht möglich, Sie können sich jedoch annähern, indem Sie immer wieder relativieren. Der Vergleich mit anderen hilft dabei. Definieren Sie einen Rahmen, innerhalb dessen sich Ihr Verhalten abspielt. Nicht überkorrekt sein, nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig loben, weder über- noch unterfordern – das alles sind Bestandteile dieses Rahmens. Was gehört mir – was gehört ihm/ihr? Auch das ist eine Frage, die Sie immer wieder stellen sollten, vor allem, wenn es Probleme gibt. Wie kommt die Person bei Kolleginnen und Kollegen, den Gästen etc. an? Beziehen Sie eine Person ein, der Sie vertrauen und die nichts nach außen dringen lässt. Sie werden wohl ohnedies ein Mitteilungsbedürfnis haben. Holen Sie sich jedoch jemanden, der neutral sein kann. Es geht um eine zweite, möglichst objektive Meinung und nicht darum, dass Sie sich Verstärkung für Ihre Befindlichkeit holen. Eine Echokammer ist hier der falsche Ansatz. Sie sollten eine Beobachtungsfrist setzen, nach deren Ablauf Sie das Thema beenden. Irgendwann ist klar, ob Sie mit dieser Person können oder nicht. Dann sollten Sie das Ganze mit einem symbolischen Akt beenden. Sagen Sie sich selbst: „Ich habe mich geirrt, das war mein Vorurteil und hat mit X nichts zu tun.“ Es kann aber auch sein, dass Sie tatsächlich einen Schlussstrich ziehen müssen (siehe Kapitel 6: Sich gut trennen – die Kunst des Offboardings, S. 229). Wenn Sie nach speziellen Werkzeugen suchen: Eine systemische Aufstellung kann besonders hilfreich sein bei Gefühlen starker Antipathie, die Sie sich nicht erklären können.
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