Endlich bleiben mir die Leut’! 20 offiziell registriert zu werden. Sie unterscheiden sich von hierarchischen Organisationen: In der Gruppe können sich Entscheidungen bilden, ohne dass man darüber geredet hat. Sie „passieren“. Das gibt es in der Hierarchie nicht – und wenn, dann handelt es sich um eine Panne. Hier müssen Entscheidungen nämlich bewusst getroffen werden, damit man im Falle einer guten Entscheidung weiß, wen man zu loben hat, und umgekehrt, bei schlechten Entscheidungen weiß, wen man beschuldigen kann. Dieser Mechanismus verstärkt das System und lässt die Hierarchie kräftiger werden. Das ist auch einer der Gründe, weshalb Hierarchien gegenüber Gruppen so skeptisch sind. Sie verstehen deren Funktionsweise nicht und lehnen sie in der Folge ab. Reife Gruppen Gruppen können am besten mit Hierarchien umgehen, wenn sie sogenannte „reife Gruppen“ sind, die sich dadurch auszeichnen, dass sie ihre eigene Situation reflektieren können. Wenn das der Fall ist, können sie auch ihre Position innerhalb der Hierarchie erkennen, diskutieren und gemeinsam Lösungen finden. Solche Gruppen hinterfragen Entscheidungen der Hierarchie, jedoch nicht mit der Absicht, sie abzulehnen, sondern um herauszufinden, was sie mit der Gruppe machen und ob sie überhaupt umsetzbar sind (siehe auch Kapitel 1.4: Von Partizipation zu echter Mitverantwortung, S. 50). Im Gegensatz dazu machen sich unreife Gruppen gedankenlos an die Arbeit. Wenn sie scheitern, ist der Schaden allerdings meist groß. Manche Menschen fühlen sich in Gruppen besonders wohl. Hierarchien erscheinen ihnen kühl, distanziert und unpersönlich, während die Gruppe als warm und angenehm empfunden wird. Andere wiederum sind lieber in klaren, strukturierten Systemen daheim – die Dynamik von Gruppen schreckt sie eher ab. Wer also die beiden Organisationsformen Gruppe und Hierarchie gut zusammenspielen lassen kann, hat das System bereits weiterentwickelt. Zudem stellt sich meist so etwas wie ein Gesamterfolg ein, weil Mitarbeiter/innen beider „Lager“ sich erkannt und wahrgenommen fühlen. Wer beides bieten kann, hat zufriedenere Mitarbeiter/innen.
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