Führen und Entwickeln – hilfreiche Haltungen und Werkzeuge 221 nicht alles weiß, obwohl man es als Chef/in aufgrund der höheren Position eigentlich doch wissen sollte. Positive Fehlerkultur: Ein Fehler ist erst ein Fehler, wenn man ihn zum zweiten Mal macht. Davor ist er ein Lerngutschein. Diese Fehlerkultur als Vorbild zu leben, zeigt nicht nur Führungsstärke, sondern färbt auch auf die Fehlerkultur der Mitarbeiter/ innen ab. Angst nehmen: Menschen wählen nicht das, was sie am liebsten haben, sondern das, was sie am wenigsten fürchten. Wer die Ängste im Unternehmen nimmt, vor allem die Angst vor der autoritären Führungskraft, die nach den obigen beiden Regeln agiert, schafft Vertrauen. Zuversicht zeigen: Menschen vergessen Gesagtes, aber sie erinnern sich an Gefühle. Signalisieren Sie ein gutes Gefühl, ein Vertrauen in Ihre Leute und in die Zukunft. Agilität ermöglichen: 2014 berichtete CAROL DWECK (Professorin für Psychologie an der Stanford University) in einem TED-Talk über die Wirkung unterschiedlicher Grundhaltungen im Job: Herausforderungen anzunehmen, Rückschläge zu verkraften und aus Fehlern zu lernen, erhöht die Schlagzahl des Fortschritts und erzeugt Wohlbefinden von innen heraus. Viele Menschen haben aber Angst vor Veränderung. Die vermeintliche Sicherheit im Erreichten wirkt wie eine Bremse, Glück wird verhindert. Die Menschen fühlen sich oftmals „abgehängt“, etwa weil sie durch die enorme Veränderungsgeschwindigkeit der Gesellschaft den Anschluss verlieren. Die drei Elemente der (Selbst-)Befähigung – „Können“, „Dürfen“, „Wollen“ – funktionieren für sie nicht mehr. Selbststeuerung zulassen: Die drei Elemente Können, Dürfen und Wollen müssen in Balance sein, um gemeinsam wachsen zu können. Sie können Ihre Angestellten fragen: „In welchen Zusammenhängen erleben Sie sich als besonders wirksam? Was treibt Sie in Ihren Tätigkeiten an?“ Das wäre ein Fortschritt zu herkömmlichen Stärke-/Schwächebeurteilungen. Hilfreich sind dabei Systeme mit weniger Hierarchie und „flüssigere“ Systeme mit verteilter Autorität und mehr Selbstführung (siehe Kapitel 1.4: Von Partizipation zu echter Mitverantwortung, S. 50).
RkJQdWJsaXNoZXIy NjMwNzc=