Endlich bleiben mir die Leut’! 224 Generationenkonflikten und natürlich auch zu Konflikten beim Paar. Hier hilft dem Mann, die Schwiegereltern anzuerkennen, die Konfliktdynamik durch materielle Ansprüche (die nicht bestehen) nicht noch mehr zu schüren, sich aus dem Familienbetrieb der Frau zurückzuziehen oder anzuerkennen, dass die Frau die Eigentümerin des Betriebes ist und „Mann“ selbst nur der Helfer. Der Mann ohne Familie in einem Familienbetrieb Patchwork-Konstellationen sind an sich schon schwierig. Wenn nun aber in einem Betrieb ein altes Familiensystem auf ein neues trifft, sind Spannungen vorprogrammiert. Nehmen wir beispielhaft die Konstellation, dass der Mann in die Unternehmerfamilie seiner Frau, die eine Tochter hat, die gemeinsam mit ihrem Gatten schon im Betrieb mitarbeitet, eingeheiratet hat. Bei einer Gleichverteilung der Unternehmensanteile auf die Ehepartner ist eine besonders kompetente und kompromissbereite Dualgeschäftsführung gefragt. Besteht Uneinigkeit bezüglich der Unternehmensführung, gibt es definitiv massive Machtkonflikte und die Frage „Wer sticht wen?“ tritt offen zutage. Wenn die Frau z. B. die Kompetenz des Mannes oder seinen Einsatz infrage zu stellen beginnt, entsteht Schieflage. Wenn noch die Ungleichheit der finanziellen Mittel hinzukommt, hat der Mann im Familienbetrieb der Ehegattin definitiv keinen gleichwertigen Platz an der Seite seiner Frau. Systemisch gesehen wäre dies einfach zu lösen: Das neue System hat in diesem Fall Vorrang vor dem älteren. Sprich: Die – neue – Gegenwartsfamilie wurde gegründet, damit das Leben weitergeht. Sie hat daher Vorrang. Die Frau müsste zumindest im Betrieb zu ihrem Mann statt zu ihrer mitarbeitenden Tochter und dem Schwiegersohn stehen. Sie müsste ihren Mann in seiner Funktion als Geschäftsführer anerkennen und nicht verdeckt im Alleingang führen. Beide müssten auf fairen finanziellen Ausgleich achten und für andere Ausgleichswährungen als Geld für ihr jeweiliges Seelenkonto sorgen. Und weil das nur zum Teil passiert, streiten die beiden als Paar, Gesellschafterin und Geschäftsführer seit Jahren und ziehen damit sowohl das Familiensystem als auch die Mitarbeiter/innen im Betrieb in ihre persönlichen Probleme hinein. Sie schwächen damit sich selbst und ihre Beziehung, die Familie der Frau und letztlich den Betrieb.
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