Endlich bleiben mir die Leut’! 228 Kann ich ein Machtwort sprechen und dadurch die Situation beruhigen? Mit anderen Worten: Wie komplex ist die Sache und taucht sie vielleicht demnächst in anderer Form wieder auf? Bin ich selbst Konfliktpartei bzw. parteiisch? Was wurde bisher unternommen und was hat das bewirkt? Beantworten Sie diese Fragen ehrlich und gewinnen Sie Klarheit darüber, ob externe Unterstützung erforderlich ist. In besonders komplexen Fällen kann dies die Begleitung durch eine Anwaltskanzlei sein. Erscheint eine Lösung ohne juristische Unterstützung möglich, kann es hingegen sinnvoll sein, eine Konfliktmanagerin bzw. einen Konfliktmanager hinzuzuziehen. Dabei sind zwei sensible Aspekte zu berücksichtigen: Die Beauftragung ist mit Kosten verbunden – wobei zu berücksichtigen ist, dass ein ungelöster Konflikt häufig deutlich höhere Folgekosten verursacht. Die betreffende Person muss Einblick in das bestehende System erhalten können, in Familienbetrieben in der Regel auch in das Familiensystem. Dies ist nicht immer leicht umzusetzen, da hierfür das Einverständnis der Familie oder zumindest einzelner beteiligter Familienmitglieder erforderlich ist. Sind diese Voraussetzungen geklärt, stellt sich schließlich die Frage nach der Auswahl einer geeigneten professionellen Konfliktbegleitung. Häufig erfolgt diese über Empfehlungen befreundeter Betriebe. Achten Sie auf die Referenzen und darauf, ob die Expertinnen und Experten Ihr Anliegen wirklich verstehen. Ebenso wichtig ist Ihr Bauchgefühl: Stimmen Chemie und Vertrauen? Formulieren Sie zudem einen klaren Auftrag, mit dem beide Seiten gut arbeiten können. Konfliktmanagerinnen und Konfliktmanager lösen den Konflikt nicht für Sie. Sie können jedoch dabei unterstützen, wieder ins Gespräch zu kommen, Klarheit zu schaffen und gemeinsam eine tragfähige Lösung zu entwickeln.
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