Sich gut trennen – die Kunst des Offboardings 235 Formulierung der Wertschätzung der Person gegenüber und Wunsch einer weiteren erfolgreichen Berufslaufbahn Erwähnung, dass die Tür für eine Rückkehr offen bleibt – wenn dies erwünscht und vorstellbar ist Nehmen Sie sich für das abschließende Gespräch ausreichend Zeit. Es ist ein Moment, in dem die gemeinsame Zusammenarbeit noch einmal würdig reflektiert werden sollte – mit ehrlicher Wertschätzung und einem aufrichtigen Dank für das Geleistete. Eine empathische Atmosphäre ist dabei ebenso wichtig wie die Möglichkeit, der ausscheidenden Person einen respektvollen Abschied zu ermöglichen. Das Ziel dieses Gesprächs besteht darin, sich möglichst im Guten zu trennen. Beide Seiten sollen die Gelegenheit erhalten, ihr Gesicht zu wahren, indem die sachliche Notwendigkeit der Trennung klar kommuniziert wird und gleichzeitig die menschliche Wertschätzung deutlich zum Ausdruck kommt. Kritisch wird so ein Gespräch dann, wenn Führungskräfte die Kündigung einer Mitarbeiterin bzw. eines Mitarbeiters persönlich nehmen. Wenn sie auf „stur“ schalten, der austretenden Person ihre Entscheidung übel nehmen, den Dialog abbrechen und den Austritt dadurch negativ beeinflussen. In der Praxis kommt das leider vor − vorwiegend in Familienbetrieben, seltener in großen Konzernen. Wir empfehlen in diesem Fall vorab ein Gespräch mit jemandem, der nicht involviert ist – mit einer guten Freundin oder einem guten Freund, mit einem Coach. Dass ein Arbeitsverhältnis vor dem Arbeitsgericht endet, stellt für jedes Unternehmen ein unerwünschtes und schädliches Worst-Case-Szenario dar. Doch auch abseits juristischer Auseinandersetzungen gilt: Jede negative Nachrede ist eine zu viel, insbesondere wenn man bedenkt, wie viel Engagement und Ressourcen in den Aufbau und die Pflege einer starken Arbeitgebermarke fließen.
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