TRAUNER Leseprobe

Endlich bleiben mir die Leut’! 236 Gerade bei bedauerten, weil unerwünschten Austritten – im Fachjargon als „Regretted Leavers“ bezeichnet – empfiehlt es sich, im Abschiedsgespräch zu betonen, dass Sie sich über eine zukünftige Zusammenarbeit freuen würden und auch für Weiterempfehlungen Ihres Unternehmens als Arbeitgeber/in dankbar sind. In solchen Fällen bietet es sich an, ein standardisiertes und dokumentiertes Austrittsinterview durch eine neutrale Person, beispielsweise aus der Personalabteilung, der Lohnverrechnung, dem Controlling oder der Geschäftsführungsassistenz, zu führen. Die Nachbereitung von Austrittsinterviews hat sich als wertvolles Instrument erwiesen, um als Unternehmen oder Führungskraft kontinuierlich dazuzulernen. In größeren Organisationen werden diese Interviews meist anonymisiert erfasst, regelmäßig ausgewertet und die gewonnenen Erkenntnisse an die Personalabteilung oder Geschäftsleitung weitergeleitet. Dadurch bietet sich die Möglichkeit, gezielt Verbesserungen zu initiieren und die Unternehmenskultur nachhaltig zu stärken. Die Phase des Austritts bietet zugleich eine ausgezeichnete Gelegenheit, über die Neuverteilung von Aufgaben innerhalb des Teams nachzudenken. Dieser Prozess eröffnet wertvolle Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten und schafft Raum für Abwechslung, wovon die gesamte Belegschaft profitieren kann. Einen Austritt so positiv und konstruktiv wie möglich zu gestalten, ist nicht nur eine Frage der Menschlichkeit. Es hilft auch, einen Imageschaden zu vermeiden und ist zudem eine gute Gelegenheit, Bonuspunkte für das Arbeitgeberimage zu sammeln, nämlich dann, wenn es um Mundpropaganda und Arbeitgeberbewertungen im Internet geht. Was bedeutet das nun für die besonders sensible Phase des Austritts? Es gilt, möglichst umsichtig und verantwortungsvoll zu handeln. Ziel sollte sein, möglichst wenig falsch und möglichst viel richtig zu machen, denn für einen Abschied gibt es keine zweite Chance.

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