TRAUNER Leseprobe

Endlich bleiben mir die Leut’! 28 Angeln im leeren Teich Seit Covid-19 suchten Unternehmen in gebeutelten Branchen, etwa im Transportwesen oder in der Gastronomie/Hotellerie, händeringend nach Personal. „Zehn Jahre haben sie den Teich leergefischt“, sagte uns die viel zu früh verstorbene Kommunikations- und Employer-Branding-Koryphäe WOLFGANG IMMERSCHITT, „und jetzt werfen sie die Angel in einen leeren Teich.“ Er wollte damit zum Ausdruck bringen, dass viele Firmen vergessen haben, die eigene, echte „Arbeitgebermarke“ zu entwickeln. Anstatt in den leeren Teich „Wo bist du nur?“ hineinzurufen, sollten Betriebe zuerst den Blick auf sich selbst richten. Viele Betriebe haben jedoch ihre eigene Identität nicht geklärt und wissen oft nicht, wofür sie stehen oder wohin sie sich entwickeln wollen. Häufig wurden wichtige Reflexionsphasen vernachlässigt, in denen neben der reinen Organisation auch soziale Beziehungen und eine lebendige Unternehmenskultur hätten gestärkt werden können. Die Generation junger Menschen, die spätestens seit 2016 in den Arbeitsmarkt eintreten, unterscheidet sich entscheidend von früheren Generationen: Sie ist geburtenschwächer. Zugleich gehen viele der geburtenstarken Jahrgänge in Pension. Es entsteht ein Fachkräftemangel, martialisch ausgedrückt herrscht ein „War for Talents“. Generation Y und Z Nicht wenige behaupten, dass die jungen Generationen Y und Z dadurch auffielen, verwöhnt zu sein. Sie stehen im Verdacht, nicht mehr wirklich etwas zu können und – durch digitale Medien geschädigt – nur noch auf einer Work-Life-BalanceOberfläche zu segeln. Statussymbole treten für sie in den Hintergrund, als Erben sind sie ohnehin bestens ausgestattet. Eine Generation, die Lebensqualität im Auge hat, ohne den materiellen Aspekt in den Vordergrund zu rücken. Vorurteile hin oder her – die zentrale Frage ist: Was ist dieser Generation wichtig, wenn sie sich auf Jobsuche begibt? Work-Life-Balance ist laut aktuellen Umfragen den Berufseinsteigenden fast genauso wichtig wie ein angemessenes Gehalt. Auch Arbeitsplatzsicherheit, Betriebsklima und Weiterentwicklungsmöglichkeiten stehen ganz oben auf der Wunschliste. Dennoch sind junge Menschen oft unsicher, welche Fähigkeiten sie tatsächlich haben und wie viel Wert sie ihrem Können beimessen sollten – auch wenn sie selbstbewusst und souverän auftreten.

RkJQdWJsaXNoZXIy NjMwNzc=