Organisationsprinzipien verstehen: Die Basis erfolgreicher Führung 29 Kurze Reflexion Genau genommen ist der Begriff „Work-Life-Balance“ irreführend. Er vermittelt – bewusst oder unbewusst – die Vorstellung, dass Arbeit und Leben zwei gegensätzliche Pole sind, die in Einklang gebracht werden müssen. Das impliziert jedoch zwangsläufig, dass die Arbeit kein Leben ist. Was ist Arbeit aber dann, wenn sie kein Leben ist? Das Grauen, das man möglichst rasch hinter sich bringen möchte, um danach endlich leben zu können? Wie wäre es stattdessen, wenn wir das Leben bewusst in die Arbeit integrierten? Wenn das Leben in der Arbeit stattfände – nicht nur dort, aber auch? Diese Haltung würde allen Generationen guttun und zu einer neuen, positiven Arbeitskultur führen. Der Kirschbaum-Faktor: Was gönne ich mir selbst und was meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern? Gönnen Sie sich nach einem Arbeitserfolg manchmal etwas Gutes, etwas Schönes? Die Freigiebigkeit ist nicht umsonst das Gegenteil von Geiz. Dazu folgende Geschichte: Frau HUBER, die Chefin eines angesehenen Hotels, hat ein offenes Ohr für ihr Team. Als ein Mitarbeiter in einer schwierigen Lebensphase steckt, zögert sie nicht: Sie springt ein, schraubt an seinem Dienstplan und schenkt ihm ein paar freie Tage, damit er wieder auf die Beine kommt. Herr Müller ist erleichtert und merkt: Hier zählt der Mensch. Einige Monate später erlebt das Hotel einen Personalengpass, weil mehrere Kollegen gleichzeitig krankheitsbedingt ausfallen. Der besagte Mitarbeiter erinnert sich an die Hilfe, die er von Frau HUBER erhalten hat, und bietet von sich aus an, zusätzliche Schichten zu übernehmen und das Team zu unterstützen. Durch diese gegenseitige Großzügigkeit entstehen ein starkes Vertrauensverhältnis und eine positive Arbeitsatmosphäre, von der alle profitieren. GROSSZÜGIGKEIT, DIE KREISE ZIEHT
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