TRAUNER Leseprobe

Organisationsprinzipien verstehen: Die Basis erfolgreicher Führung 53 2. „Dürfen“ bedeutet, dass die Führung für Klarheit im gesamten Unternehmen bezüglich der Ziele, Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Prozesse, Prinzipien, Regeln, Entscheidungen, transparenten Kommunikation auf verschiedenen Ebenen und konstruktiv gelebten Fehlerkultur sorgt. 3. „Wollen“ ist höchst individuell je nach den Werten, der Persönlichkeit und den inneren Antreibern einer Person. Man kann jedoch davon ausgehen, dass Menschen mit hohem Wert auf den Graves-Ebenen 5, 6 und insbesondere 7 eine größere Begeisterung für Leistung, Verantwortung, Freiheit, Zusammenarbeit und Entwicklung haben als Menschen, die eine hohe Ausprägung auf den Graves- Ebenen 4, 3 und insbesondere 2 haben (siehe Kapitel 1.2.2.: Vom „Ich“ zum „Wir“ und darüber hinaus – das Graves-Wertemodell, S. 37). Voraussetzung für Mitverantwortung ist also, dass eine Gruppe reif genug ist und die drei Dimensionen „Können“, „Dürfen“ und „Wollen“ hinreichend ausgeprägt sind. Voraussetzung ist auch, dass die Unternehmensführung fest entschlossen ist, Verantwortung zu teilen und möglichst weit „unten“ anzusiedeln. Dann erst kann für ein Team bzw. mehrere Teams oder das gesamte Unternehmen eine geeignete Form der Partizipation bzw. sogar der Selbstorganisation angedacht werden. 1.4.2 Moderne Formen der Mitbestimmung – Soziokratie und Holokratie Bekannte moderne Formen der Mitbestimmung sind die Soziokratie und – davon abgeleitet – die Holokratie, die sich voneinander geringfügig, z. B. in Begrifflichkeiten und Umsetzungswerkzeugen, unterscheiden. Wir haben die verschiedenen Modelle für dieses Buch auf das Wesentliche für die Branche „eingedampft“. Wer sich mit den Hintergründen näher beschäftigen möchte, findet im Literaturverzeichnis als Empfehlung das Standardwerk zur Soziokratie von BARBARA STRAUCH.

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