Endlich bleiben mir die Leut’! 54 Soziokratie und Holokratie Das sind moderne Organisationsmodelle, die klassische Hierarchien durch kreisförmige Strukturen und Mitbestimmung ersetzen. Sie sind somit auch eine Organisationskultur, unterscheiden sich aber in Haltung und Umsetzung. Definition In der Wirtschaft sind diese Modelle noch wenig bekannt und werden momentan vor allem im Schul- und Pflegebereich, in Vereinen (z. B. im Gemeinschaftswohnen) sowie in Non-Profit-Organisationen (z. B. im Bildungsbereich) gelebt. Dennoch wächst das Interesse bei Führungskräften, die zunehmend von dem Wunsch nach geteilter Verantwortung, Ganzheitlichkeit und Sinnhaftigkeit inspiriert werden. So schätzen auch agile, technik- und innovationsgetriebene Firmen, insbesondere Start-ups, die Potenziale, die in der Soziokratie bzw. Holokratie liegen. Die Soziokratie Das soziokratische Modell hat vier grundlegende Säulen Konsent- Prinzip Kreis-Prinzip Doppelte Koppelung Offene Wahl Es gibt keine schwerwiegenden und begründeten Einwände gegen einen Lösungsvorschlag im Sinne der übergeordneten/ gemeinsamen Ziele. Abteilungen werden als „Kreise“ organisiert, die über einen allgemeinen Kreis verbunden sind – das ermöglicht Verantwortungs- und Arbeitsteilung. Die Kreisleitung wird vom übergeordneten Kreis gewählt, eine Vertretung der Kreismitglieder („Delegierte/r“) vom eigenen Kreis – beide sind auch stimmberechtigte Mitglieder im übergeordneten Kreis. Alle Kreismitglieder besprechen offen, wer warum welche Rolle übernehmen soll und entscheiden darüber im Konsent – so sind Vertrauen und Unterstützung sichergestellt.
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