Endlich bleiben mir die Leut’! 56 Soziokratische bzw. holokratische Denkweisen ermöglichen kontinuierliches Lernen, Verbessern und schnelles Reagieren auf sich ändernde Situationen. Sie könnten der „Hands on”-Tourismusbranche grundsätzlich entgegenkommen – wenn es der Unternehmensleitung gelingt, den notwendigen Rahmen zu schaffen und Entscheidungsmacht vertrauensvoll zu teilen bzw. zu übergeben. Generell kann man sagen, dass Selbstorganisation wie bei Soziokratie bzw. Holokratie gewisse Voraussetzungen benötigt – allen voran eine reife Unternehmenskultur, professionelle Begleitung bei der Vorbereitung und Einführung sowie ein konsequentes Umsetzen und Evaluieren der Prinzipien und Werkzeuge. Selbstorganisation bedeutet unaufhörliches Lernen. Die Branche ist unerheblich für diese Organisationsform, ebenso die Unternehmensgröße, auch wenn Größe als relevanter Ressourcen- und Zeitfaktor berücksichtigt werden muss. Was unserer Meinung nach ein schwieriger Rahmen ist, um Selbstorganisation einzuführen, ist ein Unternehmensumfeld, das stark dem Shareholder-Value-Gedanken unterliegt. Die Organisationsstrukturen von Soziokratie und Holokratie sind ermächtigend und nachhaltig. Allerdings können ihre Komplexität und Fülle überfordern, wenn man ihre Einführung im Alleingang versucht und die Führungskräfte und Mitarbeitenden unzureichend informiert und schult. Wir wagen vorherzusagen, dass eine Einführung nicht gelingt, wenn sie nicht von allen Führungskräften mitgetragen und von externen Profis begleitet wird. Sie verspüren den Wunsch, die Partizipationsleiter in Richtung echter Mitbestimmung, vielleicht sogar Selbstorganisation, zu erklimmen? Dann empfehlen wir zunächst eine erste Annäherung über soziokratisch moderierte Team-Meetings inklusive der Beschlussfassungen im „Konsent“ – siehe Leitfaden „Soziokratische Meetings“ im Downloadbereich (4).
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