TRAUNER Leseprobe

Endlich bleiben mir die Leut’! 60 1.5.1 Das bittere Ende der Party Weshalb muten wir Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, diese Ebenenwechsel, diese philosophisch anmutenden Überlegungen zu? Es hat sich gezeigt, dass ein kurzes Innehalten, ein Sich-Vertiefen oder ein Rausnehmen aus der Geschäftigkeit des Alltags oft hilft, bessere Entscheidungen zu treffen. Das ermöglicht Fehlervermeidung, vor allem aber eine Richtungskorrektur. Zu einer solchen wird man als Unternehmer/in ohnehin manchmal gezwungen und das ist nicht gerade angenehm. Viel mächtiger ist es, eine notwendige Veränderung selbst zu erkennen, rechtzeitig zu planen und konsequent umzusetzen. Das kostet weniger Kraft und ist auch billiger. Gerade in Hotellerie und Gastronomie versucht man es dem Gast möglichst bequem zu machen. Das funktioniert häufig nach dem Prinzip „Keep it up with the Jones“. Die Familie Jones wohnt in einem hübschen Einfamilienhaus in einem amerikanischen Vorort und orientiert sich stets an ihren Nachbarn – mit dem festen Vorsatz, sie zu übertreffen. Steht bei der Nachbarsfamilie ein neuer Ford 300 in der Einfahrt, zieht Familie Jones mit einem Ford 400 nach. Schmücken die Nachbarn ihr Haus zu Weihnachten mit einem Rentier und einem Santa Claus vor der Tür, antworten die Jones mit einer Beleuchtung, die gleich zwei Rentiere umfasst. Im darauffolgenden Jahr legen die Nachbarn mit drei Rentieren und einem Ford 500 nach – und das Spiel setzt sich fort. So funktioniert es auch bei uns: Das neue Spa des Nachbarhotels ist großartig geworden – also brauchen wir auch so eines, nur etwas größer und mit einer noch tolleren Ausstattung. Wenn ein Skigebiet einen Fünfersessellift mit Wetterschutz baut, dann wird es nicht lange dauern, bis das Nachbarskigebiet einen Sechsersessellift mit beheizbaren Sitzen baut. Das macht aber nichts, denn die eigene Gondelbahn ist schon in Planung. KEEP IT UP WITH THE JONES

RkJQdWJsaXNoZXIy NjMwNzc=