TRAUNER Leseprobe

Endlich bleiben mir die Leut’! 62 Was ist das am meisten geliebte und zugleich immer häufiger kritisierte Ding in unserer Welt? – Der eigene Pkw. „Mein Auto brauche ich einfach!“ Dieser Glaubenssatz entspringt der weitverbreiteten Vorstellung, dass Mobilität nur auf eine Weise möglich ist. Natürlich gibt es zahlreiche Situationen, in denen ein Auto wirklich gebraucht wird. Es wurde nicht ohne Grund erfunden. Der Unterschied liegt in der Frage, ob ich daraus einen Glaubenssatz mache oder mit einer pragmatisch-sachlichen Einstellung an die Mobilitätsfrage herangehe. Dann sehen die Überlegungen oft ganz anders aus. „Ich brauche für X und für Y ein Auto“, könnte etwa eine lauten. Doch daraus folgt nicht zwangsläufig der Kauf eines Autos, das dann meist herumsteht, sondern die Suche nach Möglichkeiten wie Car-Pooling, Car-Sharing oder ähnlichen Modellen. Es geht dabei – und das ist wichtig – nicht darum, ob für manche Menschen ein eigener Pkw tatsächlich sinnvoll ist, sondern um die Betrachtung des Gesamtsystems. Dieses hält eine gewisse Anzahl an Autos nämlich problemlos aus, ungeachtet aller Platz-, Umwelt- bzw. Klimaprobleme. Was nach dem heutigen Forschungsstand nicht funktioniert, ist das eigene Auto für jede/n, außer man pfeift auf jeglichen Gedanken an die Zukunft. Übrigens: Falls bei diesem Beispiel Emotionen hochkommen, zeigt das vor allem, welchen Stellenwert dieses Thema im eigenen Leben hat. Somit sind wir bei der zentralen Frage angelangt: Was brauche ich wirklich? Und was ist zwar nett, aber verzichtbar, ohne dass die Lebensqualität darunter leidet? Und, noch wichtiger, was braucht das Unternehmen wirklich? Diese Frage ehrlich zu beantworten, ist nicht leicht – für niemanden. Sie verlangt eine bestimmte Grundeinstellung, die oft erst erarbeitet sein will. „Weniger ist oft mehr“, könnte Teil dieser Einstellung sein. Reduziere ich das Tempo, nehme ich meine Umgebung bewusster wahr; verzichte ich auf Schokolade, gewinne ich dafür an Gesundheit. BEISPIEL

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