TRAUNER Leseprobe

Organisationsprinzipien verstehen: Die Basis erfolgreicher Führung 63 Wenn wir die Grenzen des Gewohnten hinterfragen und unser Denken noch nicht bereit ist, über den eigenen Horizont hinauszublicken, geraten wir oft auch emotional ins Schwanken; besonders dann, wenn das Vertraute, Etablierte und Liebgewonnene plötzlich infrage gestellt wird, wenn es Risse bekommt, gar zu bröckeln anfängt und möglicherweise sogar einsturzgefährdet ist. Das löst Widerstand aus und zugleich die Sehnsucht, das Schwindende zu retten, zu bewahren (erinnern wir uns kurz an das obige Auto-Beispiel). Trennung tut weh – das gilt besonders für das vertraute Umfeld. Dazu zählen auch die Arbeit, der Beruf – vor allem, wenn er Berufung ist (siehe Kapitel 1.7: Resilienz – stabile Zonen in ungewisser Zeit, S. 86). Wenn Trennung langsam und in kleinen Stufen passiert, ist sie leichter auszuhalten. 1.5.2 Leopold Kohrs Modell des optimalen Wachstums „In der Natur ist Wachstum ein Mittel zur Erreichung der optimalen Größe.“ LEOPOLD KOHR, österreichischer Philosoph LEOPOLD KOHR beschäftigte sich mit der Frage des Wachstums. Sein bekanntestes Zitat lautet: „Small is beautiful“ und wird meist falsch interpretiert. Für ihn war klein nicht besser als groß, vielmehr steckte dahinter die Frage nach der optimalen Größe. Manchmal ist es für ein Unternehmen notwendig, sich „gesund zu schrumpfen“. Das widerspricht dem klassischen Modell der Betriebswirtschaft, in dem durch steigende Menge die Kosten sinken und der Profit steigt. Dieses Modell gilt nicht immer. Wenn dennoch daran festgehalten wird, läuft die Entwicklung des eigenen Betriebes in die falsche Richtung. Wachstum nach Leopold Kohr Alles auf dieser Welt soll seine optimale Größe anstreben. Wenn etwas zu klein bleibt, verkümmert es. Wenn etwas über seine optimale Größe hinauswächst, pervertiert es. In beiden Fällen wird es nicht überleben. Definition

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