TRAUNER Leseprobe

Endlich bleiben mir die Leut’! 66 Das Geschriebene lässt sich später betrachten, korrigieren, ergänzen – und es dient als gute Basis für die Weiterarbeit. Man kann es weitergeben, ohne alles im Detail erzählen zu müssen. Andere können daran weiterarbeiten. Sie können die „Nabelschau“ beliebig aufbauen. Die folgenden Fragen sollen dabei helfen, schneller zum Punkt zu kommen. Sie sind in vier Kategorien gegliedert: Die eigene Person Das große Ganze Die einzelnen Teile Die Umwelt Schritt 1: Die eigene Person Welche Gedanken und Gefühle löst die Phrase „Genügsamkeit statt Überfluss“ aus? Wo sind Sie selbst genügsam und wo streben Sie nach Überfluss? Umgelegt auf den Betrieb: Passen Ihre persönlichen Vorstellungen von Genügsamkeit und Überfluss zu denen im Betrieb oder gibt es Unterschiede? Wenn ja, wo und wie zeigen sich diese? Dabei ist wichtig zu beachten, dass die Begriffe selbst keine Wertigkeit haben. Genügsamkeit kann gut oder schlecht sein, Überfluss ebenfalls. MICHAEL BRAUNGART, Verfechter des Kreislaufgedankens und Mitbegründer des Cradle-toCradle®-Konzepts, ist selbst ein Fan des Überflusses. Sein Beispiel ist der Kirschbaum, der im Frühling eine Fülle an Blüten hervorbringt – so viele, dass man meinen könnte, die Hälfte würde genügen. Dennoch ist es auf natürliche Weise sinnvoll (siehe auch Kapitel 1.1.4: Emotionale Erfolgsfaktoren für eine lebendige Arbeitskultur – Der Kirschbaum-Faktor: Was gönne ich mir selbst und was meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern?, S. 29). Wir Menschen hingegen haben uns häufig weit von diesen natürlichen Maßstäben entfernt, sodass uns das Gespür für sinnvollen Überfluss abhandengekommen ist. Überfluss findet heute oft nicht mehr im Kreislauf der Natur statt, sondern entfaltet zerstörerische Kräfte – und hat dabei eine gefährliche Partnerin an seiner Seite: die Gier. Gemeinsam täuschen sie uns gerne vor, dass sie Glück bringen würden. Bei genauerer Betrachtung stellt sich das immer als falsch heraus.

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