Endlich bleiben mir die Leut’! 78 ANDREAS GFRERER ist der Ansicht, dass man auf der Wirtschaftsebene von der Improvisationskraft des Jazz lernen kann: „Improvisieren heißt ja nicht dilettieren. Bei der Improvisation entsteht auf Basis hoher Grundkompetenz der Weg im Gehen. Es braucht Zuversicht, dass alles gut gehen wird, und das Vertrauen, dass mich die anderen nicht gegen eine Wand laufen lassen.“ Dialogisches System – die Duralogie®-Methode: Wie Mitarbeitende mit standardisierten Fragen sich selbst unterstützen und Führungsqualität auf Augenhöhe entwickeln ANDREAS GFRERER pflegt eine besondere Philosophie des Gastgeberseins, die gleichzeitig auf die Mitarbeiter/innen überspringen kann. Durch das Anwenden eines dialogischen Systems mit gezielten, standardisierten Fragen unterstützen sich die Mitarbeitenden selbst und entwickeln Führungsqualität auf Augenhöhe. ANDREAS GFRERER hat die von CLAUDIA FREUND und WILFRIED REITER entwickelte „Duralogie®-Methode“ in sein Unternehmen integriert, um dialogisches Handeln auf allen Ebenen – und über Hierarchiegrenzen hinweg – im Unternehmen zu fördern. Der Charme von dialogischem Handeln liegt für ANDREAS GFRERER in der Einfachheit und raschen Wirksamkeit. „Also, erstmal ist der ‚Duralog®’ so was wie ein komprimierter Coaching-Prozess, der so weit standardisiert ist, dass ihn Menschen nach kurzer Zeit selbstständig anwenden können. Ziel ist es, dass diese Form der gegenseitigen Unterstützung auf breiter Basis im Unternehmen zur Verfügung steht und von den Mitarbeitenden ohne Anordnung von oben als Werkzeug verwendet wird.“ Die Rolle der fragenden Person ist es, Resonanzraum zu geben. Dieser Möglichkeitsraum und die Struktur der Fragen unterscheiden sich deutlich von Small Talk. Die Methode zur Gestaltung von vermehrtem und vertieftem Dialog als ein gemeinsamer Prozess von Wahrnehmung und Reflexion ist keine Einbahnstraße von der Führungskraft zu den Mitarbeitenden. Sie soll auch umgekehrt angewandt werden. Das ist allerdings nicht einfach, weil in einer hierarchischen Organisationsform strenge Regeln gelten: „Oben“ sticht „unten“, weil „oben“ per Definition „gescheiter“ ist, sonst wäre „oben“ ja nicht oben. Das zu durchbrechen, fällt vielen Führungskräften und
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